Die Tiroler ÖVP hat einen Jahr vor der Landtagswahl mit einer Abendveranstaltung unter dem Titel „Aufbruch für Tirol“ die Mobilisierung ihrer Basis forciert. Im Zentrum des Events in der Innsbrucker Dogana stand der bayerische CSU-Ministerpräsident Markus Söder, der vor rund 1.000 Sympathisanten auftrat. Zusammen mit Tirols Landeshauptmann Anton Mattle positionierte sich Söder als Teil einer bürgerlichen „Wertegemeinschaft“ und der „demokratischen Mitte“, um sich gegen politische Extreme von links und rechts abzugrenzen.
Ein zentrales Thema des Abends war die strategische Ausrichtung gegenüber rechtspopulistischen Kräften. Söder plädierte für eine „klare Linie“ im Umgang mit der FPÖ und zog Parallelen zur Situation der AfD in Deutschland. Er bezeichnete die heutigen Freiheitlichen im Vergleich zur Ära Jörg Haider als „wesentlich ideologischer und extremer“. Als einzige Lösung sah er eine glaubwürdige Politik der Mitte bzw. Mitte-Rechts, um die demokratischen Strukturen zu sichern.
Landeshauptmann Anton Mattle betonte in seiner Rede die besondere Rolle Tirols als „Land der großen Chancen“ und forderte mehr Emanzipation. Er verteidigte die Einführung einer eigenen „Tirol-Parteimitgliedschaft“, um Veränderungen selbstständig gestalten zu können. Zudem hob Mattle seine Position ab, dass Asylwerber „ab dem ersten Tag“ arbeiten sollten, womit er sich „wesentlich und ganz stark von der Bundespartei“ unterscheide.
Söder ergänzte diese Bestrebungen zur Eigenständigkeit mit einem Vergleich zur CSU und sprach von einem gemeinsamen Fokus auf Freiheit, Familie, Leistung und Sicherheit. Er kritisierte zudem, dass die prosperierenden Alpenregionen oft nur als „Nettozahler“ fungierten und zu wenig Respekt erhielten. Abschließend referierte er über das bayerische Erfolgsmodell aus „Innovation und Identität“ und zitierte Franz Josef Strauß mit den Worten, dass konservativ sein bedeute, „an der Spitze des Fortschritts zu stehen“.



