Siemens Mobility hat am Campus in Wien-Floridsdorf ein neues digitales Bahn-Testcenter eröffnet, in das der Konzern rund 25 Millionen Euro investiert hat. Das Projekt wurde in etwa 18 Monaten realisiert und wird vom Unternehmen als „Silicon Valley der Bahn“ bezeichnet. Bei der Eröffnung waren Tanja Kienegger, Managing Director von Siemens Mobility Austria, Patricia Neumann, Managing Director der Siemens AG Österreich, sowie Mobilitätsminister Peter Hanke anwesend.

Auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern simulieren mehr als 1.000 virtuelle Maschinen digitale Zwillinge real existierender Bahnnetze. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden so Technologien für die Bahninfrastruktur bis zur Serienreife entwickelt und getestet, bevor sie auf die echte Strecke kommen. Im Normalbetrieb sollen bis zu 100 Projekte gleichzeitig laufen, wobei das Spektrum von digitalen Stellwerken über das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 bis hin zur Cloud-Plattform DS3 reicht.

Als erste Kunden nutzen die ÖBB und das Projekt der Wiener U-Bahn-Linie U5 die Infrastruktur. Siemens arbeitet an der Ausstattung des ÖBB-Netzes mit ETCS Level 2 bis 2038 sowie an einem Großauftrag für digitale Stellwerke im Wert von 2,6 Milliarden Euro, den die ÖBB an Siemens und Hitachi Rail vergeben haben. Für die U5 wird der geplante vollautomatische Betrieb mit den in Wien gebauten X-Wagen unter realitätsnahen Bedingungen erprobt, um Streckensperren und Verkehrseinschränkungen zu minimieren.

Mobilitätsminister Peter Hanke betonte, dass diese Investition im Einklang mit der staatlichen Industriestrategie steht und Wertschöpfung sowie sichere Arbeitsplätze in Wien schafft. Das Ziel ist es, die österreichische Bahnindustrie wieder unter die weltweit Top vier im Export-Ranking zu bringen. Tanja Kienegger ergänzte, dass durch Software, KI und Ingenieursarbeit die Position Österreichs als Innovationsstandort gestärkt werde. Das Zentrum ergänzt bestehende Einrichtungen wie das Siemens DigiLab und das Living Lab Vienna.