Der US-Bitcoin-Miner Core Scientific beschleunigt seinen strategischen Ausstieg aus dem Krypto-Mining. CEO Adam Sullivan kündigte an, dass das Unternehmen das Mining bis Ende des laufenden Jahres komplett einstellen wird. Dieser Prozess erfolgt zwei Jahre schneller als ursprünglich im Dezember 2025 vom Wall Street Journal berichtet. Finanzchef Jim Nygaard präzisierte, dass der Wind-down im vierten Quartal abgeschlossen werde, um 2027 als reiner Anbieter von High-Density-Colocation mit einer sauberen Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu starten.

Die wirtschaftliche Notwendigkeit zeigt sich in den Quartalszahlen: Von insgesamt 232,9 Millionen Dollar Umsatz stammten 215,4 Millionen aus der Vermietung von Rechenzentrumskapazitäten. Das Mining hingegen steuerte nur noch 17,5 Millionen Dollar bei, was lediglich 7,5 Prozent des Geschäfts entspricht. Während die Colocation eine Bruttomarge von rund 60 Prozent erzielt, schrumpfte der Mining-Umsatz innerhalb eines Jahres massiv von 57,4 auf 12,3 Millionen Dollar und schrieb Bruttoverluste. Core Scientific reagierte zuvor mit Abschreibungen in Höhe von 266,5 Millionen Dollar auf Mining-Anlagen, begründet durch einen historisch niedrigen Hashprice und Wertverfälle bei der Hardware.

Das neue Geschäftsmodell ähnelt dem eines Immobilienvermieters, bei dem Core Scientific Infrastruktur, Strom und Kühlung bereitstellt, während Kunden die GPUs installieren. Zentrale Partner sind CoreWeave mit Verträgen über 590 Megawatt an sechs Standorten sowie AMD mit einem Deal über 530 Megawatt an fünf Standorten, der bis Ende 2028 abgeschlossen sein soll. Insgesamt sollen diese 1,1 Gigawatt nach Vollausbau einen jährlichen Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Dollar sowie ein Netto-Betriebsergebnis von 1,6 Milliarden Dollar generieren.

Dieser Trend ist branchenweit sichtbar. Iren (vormals Iris Energy) verzeichnete einen Mining-Umsatzrückgang auf 28 Millionen Dollar, während der KI-Cloud-Umsatz dank eines 9,7 Milliarden Dollar schweren Vertrags mit Microsoft, Nvidia und weiteren Kunden um 182 Prozent auf rund 200 Millionen Dollar stieg. Iren plant den Übergang zur AI Cloud weitgehend bis zum 31. Dezember 2026 abzuschließen. Auch andere Akteure wie Cipher Mining und TeraWulf setzen auf High-Performance-Computing (HPC), wobei Cipher auf Aufträge von AWS und Google (via Fluidstack) setzt und TeraWulf Verträge im Wert von 12,8 Milliarden Dollar mit Fluidstack hält.